25 giftige Jahre
5. August 2020
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Genau heute vor 25 Jahre erblickte in Kärnten im Herzen der idyllischen Nockberge ein Zoo das Licht der Welt, der mir selbst seit meinem ersten Besuch 2011 sehr ans Herz gewachsen ist:

Der Reptilienzoo Nockalm

Mit sehr viel Liebe und Enthusiasmus hat der Besitzer und Betreiber Peter Zürcher über die letzten 25 Jahre hier ein Kleinod erschaffen, dass in Europa sicher seinesgleichen sucht. Nirgendwo findet man einen Reptilienzoo, der mit der Artenvielfalt und naturnahen Gestaltung der Terrarien mithalten kann. Und das ist nicht nur die Meinung von mir, der sich glücklich schätzt Peter Zürcher seit vielen Jahren als Freund bezeichnen zu dürfen (und der als Schwabe genetisch bedingt zu falschem Lob gar nicht in der Lage ist), sondern auch die Meinung von anderen Terraristik-Experten, die ich über die Jahre kennenlernen durfte und mit denen ich den Zoo schon gemeinsam besucht habe.

Dieser Artikel ist zugleich mein Glückwunsch zum 25-jährigen Bestehen wie auch eine Hommage an einen absoluten Enthusiasten, Idealisten und sein Lebenswerk, welches aus meiner Sicht nicht hoch genug geschätzt werden kann. Mit 25 meiner persönlichen Lieblingsbilder (siehe Galerie am Ende des Beitrags) soll dieses Jubiläum gefeiert werden.

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Im vorherigen Bild seht Ihr die wunderbare Lage des Zoos und in den folgenden ein paar weitere Eindrücke von außen und von innen.

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Neben zahlreichen europäischen Arten, die zum Teil auch in Freilandterrarien zu bestaunen sind, findet man im Reptilienzoo Nockalm auch einige Arten, die es sonst so gut wie nirgends in Zoos zu sehen gibt. Darunter fallen neben Schultzes Bambusotter aus dem Titelbild auch einige der gefährlichsten Arten überhaupt, wie dem Inlandtaipan oder verschiedene Mamba-Arten. Und eine größere Vielfalt an Kobras und Klapperschlangen wird vermutlich in Europa nirgends zu finden sein. Die folgenden Bilder zeigen ein paar meiner Lieblingsmambabilder:

  1. Grüne MambaDendroaspis viridis
  2. Schwarze MambaDendroaspis polylepis
  3. Gewöhnliche MambaDendroaspis angusticeps

Die vierte Mamba-Art (Jamesons MambaDendroaspis jamesoni) fehlt mir leider noch, denn diese ist im Reptilienzoo Nockalm bislang leider noch nicht beheimatet. Und dieser Hinweis darf durchaus als Wink mit dem obligaten Zaunpfahl verstanden werden 😉

Mehr Bilder dann wie gesagt am Ende des Artikels.

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Das dritte Bild zeigt übrigens das erste Bild überhaupt, das ich im Reptilienzoo Nockalm geschossen habe. Bei meinem ersten Besuch 2011 zog es mich wie von Geisterhand direkt in den Afrikaraum zu den Mamba-Terrarien, denn ich hatte schon davor eine absolute Schwäche für grün gefärbte Schlangen im Allgemeinen und Mambas im Speziellen. Da ich die Tage davor mit eher abstrakter Fotogfrafie verbracht hatte, ging das erste Schlangenbild auch mehr in diese Richtung, denn die wundervolle Haut der gewöhnlichen Mamba zog mich sofort in ihren Bann. Noch heute ist dies eines meiner absoluten Lieblingsbilder 🙂

Neben dem Zoobetrieb unterstützt der Nockalm-Zoo auch die Erforschung und Herstellung von lebenswichtigen Medikamenten durch das Melken und Bereitstellen von Schlangengiften. Im Folgenden seht Ihr die Giftentnahme – welche für die Schlange bei fachmännischer Durchführung völlig ungefährlich ist – bei einer Wald– und einer Schauer-Klapperschlange. Die Länge der Giftzähne ist für mich immer noch sehr beeindruckend.

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Schlangen Melken - 25 giftige Jahre

Meine eigene Faszination für die wundervolle Welt der Schlangen habe ich vor einiger Zeit in einem Ebook verewigt, dass Ihr natürlich auch in meinem Shop findet. Das – etwas angepasste – Vorwort des Buches findet Ihr im Folgenden, denn mein Weg zum Schlangenfotograf ist untrennbar mit dem Reptilienzoo Nockalm und Peter Zürcher verbunden.

Snakes – Faszination Schlangen (eBook)

  • PDF-Download
  • 109 Seiten
  • 96 ganzseitige Fotos
  • Kein digitales Rechtemanagement bzw. Kopierschutz

9,90 

Mein Weg zum Schlangen-Fotograf

Seit meiner Kindheit haben mich – neben Raubkatzen, Haien und Elefanten – vor allem Schlangen fasziniert. Neben der Vielfalt an Farben und Formen, sowie der trotz fehlender Beine äußerst eleganten Fortbewegung, war es nicht zuletzt auch die Gefährlichkeit der giftigen Vertreter, die einen kleinen Jungen wie mich in ihren Bann zog.

Da diese Faszination in meinem gesamten Umfeld aber leider von niemandem geteilt wurde, rückte Sie lange Zeit in den Hintergrund. Erst als ich durch Zufall im Jahr 2005 im Internet das großartige Bild einer schwarzen oder melanistischen Kreuzotter – im Volksmund auch Höllenotter genannt – meines Bekannten Erich Kuchling sah, fing die Faszination in mir wieder an aufzuflammen.

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Im Mai 2006 schwamm dann in Botswana dieser ausgewachsene südliche Felsenpython (Python natalensis) direkt vor mir durch den Chobe Fluss und ich hatte das Glück ein, zwei schöne Bilder von ihm zu schießen. Ein paar Wochen später begegnete mir in der Namib-Wüste in Namibia meine erste Giftschlange in freier Wildbahn. Zwar hatte ich in dem Moment noch keine Ahnung, um welche Art es sich genau handelte, aber dass es eine giftige Viper sein musste, war mir zum Glück klar.

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Natürlich sollte auch dieses faszinierende Tier möglichst gut mit der Kamera eingefangen werden. Doch wie nah darf man an eine solche Schlange heran? Wie bringt man sie dazu vor einem fotogenen Hintergrund zu „posieren“? Und kann ich mich einfach vor ihr auf den Boden legen, um einen möglichst flachen Winkel zu bekommen oder wird sie mir dabei direkt ins Gesicht springen? Fragen, auf die ich in diesem Moment leider keinerlei Antworten wusste und mich deshalb dazu entschied, das Tier mit gebührendem Abstand und unter nicht ganz idealen Bedingungen zu fotografieren. Zu Hause stellte sich das Tier mit Hilfe des Internets dann als Puffotter (Bitis arietans) heraus und durch Zufall stieß ich auf einen Artikel der „Allgemeinen Zeitung“ (die älteste Tageszeitung Namibias), welcher von einem Puffotter-Bissunfall am selben Tag und Ort berichtete, an dem ich mein Bild geschossen hatte. Ein Tourist hatte versucht die Schlange mit der bloßen Hand zu fangen, was ihm neben unvorstellbaren Schmerzen auch einen Helikopterflug nach Windhoek bescherte.

Mir war also klar, dass ich nur mit fundiertem Wissen und den richtigen Handlingmethoden jemals zuverlässig zu den Fotos kommen würde, die mir in meinem Fotografenhirn vorschwebten. Ich machte mich also auf die Suche nach einem zu mir passenden Mentor. Doch leider war diese Suche lange nicht von Erfolg gekrönt, so dass ich mich erstmal wieder anderen Projekten zuwandte. Mehr oder weniger zufällig fand ich dann aber 2011 bei einem spontanen Abstecher auf der Rückreise aus Slowenien in Peter Zürcher vom Reptilienzoo Nockalm einen vertrauenswürdigen Lehrmeister und in Volker Harport von der VSIG Esslingen, den Ihr vielleicht schon aus einem früheren Blog-Artikel kennt, den passenden und ebenso faszinierten Mitstreiter für den erfolgreichen Einstieg in meine Karriere als Schlangenfotograf.

Beiden Genannten ist, ebenso wie den in der Folgezeit hinzugekommenen weiteren Schlangen-Freunden (Verena Volz, Markus Mo Oulehla, Nils Kley, Harry Aberle, Markus Braun, Aleš Lubej, Niko Weinbeer, Daniel Renner), mein ewiger Dank gewiss. Ohne ihre Hilfe wären sehr viele meiner Schlangen-Fotos niemals möglich geworden.

In meinem Buch „Faszination Schlangen“ stecken nun die Ergebnisse von mehr als sechs Jahren intensiver fotografischer Auseinandersetzung mit diesen faszinierenden und – bei unvoreingenommener Betrachtung – wunderschönen Tieren, sowie eine gehörige Portion Schweiß, gelegentlicher Frust und immer wieder große Freude, wenn die gewünschten Fotos im Kasten waren.

Ich hoffe, dass meine Faszination durch meine Fotos auch auf den geneigten Betrachter überspringen möge.

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Bevor wir nun mit der Galerie meiner 25 persönlichen Lieblingsbilder sowie einer weiteren mit ein paar „Making Of“-Erinnerungen zum Ende des Artikels kommen, bleibt mir nur noch eines zu sagen. Und zwar

Danke Peter

für die vielen tollen Momente, die ich bei und mit Dir und Deinen Schlangen erleben durfte und für alles, was ich dabei von Dir lernen durfte 🙂

Erinnerungen – Making Of

P.S.: Wer im Übrigen den gravierenden Fehler in diesem Artikel findet, der kann sich über eine Überraschung von mir freuen 😉

Meine Ausrüstung

Da ich in Emails oder im persönlichen Gespräch immer wieder nach meiner Ausrüstung oder Tipps zum Thema "sinnvolles Foto-Zubehör" gefragt werde, habe ich mir die Mühe gemacht, meine persönliche Ausrüstung zu dokumentieren. Alle unter dem Menüpunkt "Meine Ausrüstung" aufgelisteten Artikel kann ich also definitiv empfehlen. Die Liste wird regelmäßig gepflegt und aktualisiert.

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