Lightroom-Tiger-Tipp #10: „Umfärberei“
29. Juli 2020
LTT010 00 Header - Lightroom-Tiger-Tipp #10: "Umfärberei"

Heute – am „Global Tiger Day“ – feiern wir mit dem Tipp #10 ein erstes kleines Jubiläum und wie Ihr unmöglich übersehen konntet, hat sich mit der neuen Ausgabe auch ein klein wenig verändert.

Zu erst wäre da mal der Name: Die „Lightroom-Tipps des Monats“ sind Geschichte.

Irgendwie klang das schon immer ein wenig sperrig und es schränkt mich für den Veröffentlichungsrhythmus auch viel zu sehr ein. Ich möchte da – wie anfangs schon angekündigt – unbedingt flexibler sein und auch mal spontan etwas Aktuelles einfließen lassen. Sicher ist aber weiterhin: Es wird mindestens eine Ausgabe pro Monat geben, eher aber zwei im Schnitt.

Und Lightroom-Tiger-Tipps klingt auch irgendwie passender für mich 😊. Natürlich habe ich mir auch die passende Domain dazu gesichert, so dass Ihr die Tipps nun direkt über lightroom-tiger-tipps.de erreichen könnt.

Im Zuge der Umbenennung habe ich auch die Nummerierung angepasst. Aus 4a bis d wurden die Ausgaben 4 bis 7 und die Folgenummern entsprechend angepasst. Und so sind wir heute eben bei Ausgabe #10 angelangt.

Was bleiben wird ist der monatliche Newsletter, der Euch dann über alle neuen Ausgaben sowie wichtige News rund um Lightroom informieren wird.

Ich hoffe Euch gefällt das neue Format und Design und freue mich wie immer über jegliches Feedback, ob in den Kommentaren oder per Mail.

Und bevor es mit dem heutigen Tipp losgeht, möchte ich noch etwas wichtiges loswerden. Und zwar ein ganz dickes und ganz großes

Danke

an alle, die den Newsletter bislang abonniert haben und die Tipps so fleißig lesen. Die Zahl der Abonnenten hat mich schon ganz am Anfang sehr begeistert, aber in den letzten Wochen sind die Zahlen nochmals gewaltig nach oben gegangen und auch das Feedback per Mail sowie mündlich bei meinen Workshops oder Telefon-Gesprächen war super. Das freut mich natürlich riesig und motiviert mich ungemein mich für die nächsten Ausgaben weiter ins Zeug zu legen. Gerne dürft Ihr aber auch Eure Schüchternheit ablegen und die Kommentarfunktion etwas intensiver nutzen 😉.

Nach einem kleinen Gruß an meine Freunde Dieter und Frank, denen ich durch meine Beteiligung an den letzten beiden Ausgaben ihres Podcasts einen großen Teil der neuen Abonnenten der letzten Wochen verdanke, geht es dann auch gleich los mit dem heutigen Tipp, den ich Euch mit einem ganz aktuellen Bild aus der letzten Woche demonstrieren möchte.

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"Shout Out" für meine Freunde von der fotophonie 😃


An dieser Stelle möchte ich auf den tollen Foto-Podcast meiner beiden Freunde Dieter Bethke und Frank Fischer hinweisen. Vor fast genau sechs Jahren sind die beiden mit Ihrem Podcast namens fotophonie gestartet und haben in der Zeit nun schon knapp 170 Folgen rund um das Thema Fotografie und vieles, das direkt oder indirekt damit zu tun hat, produziert und veröffentlicht.

Dabei scheuen sie weder klare Worte noch den nötigen technischen Aufwand um uns Fotoenthusiasten die Fotografie unterhaltsam zu vertonen. Mit vielen interessanten und kompetenten Gästen schaffen sie es die verschiedensten Bereiche der Fotografie zu beleuchten und auch technisch anspruchsvollere Themen verständlich rüber zu bringen. Und das auf einem akustischen und sprachlichen Niveau, das sich aus meiner Sicht (und als Schwabe bin ich schon genetisch nicht dazu in der Lage unehrliches Lob zu verteilen) nicht hinter den Profis vom Radio zu verstecken braucht.

Also hört unbedingt mal rein, wenn Ihr Spaß an Podcasts und der Fotografie habt. Ich war übrigens auch schon ein paar mal zu Gast bei den beiden und es macht immer wieder großen Spaß sich mit den beiden über unser Lieblingsthema – die Fotografie – zu unterhalten.

Und falls Ihr noch nicht so richtig wisst, was denn ein Podcast ist, dann findet Ihr hier etwas mehr dazu. Im Prinzip ist es nix anderes als die moderne Form des Radios, die Euch mit der passenden App auf dem Smartphone orts- und zeitunabhängig das Leben bereichern kann. Ich selber vertreibe mir damit vor allem die Langeweile bei längeren Autofahrten – besonders im Stau – oder beim Sport. Es gibt mittlerweile ein riesen Angebot zu nahezu allen Themen und auch viele Radio-Sendungen werden seit langem parallel auf diesem Weg „ausgestrahlt“.

Neben der fotophonie höre ich u.a. regelmäßig auch SWR1 Leute, SWR2 Wissen (auch wenn man bei der Fülle nur einen Bruchteil der Folgen hören kann) und die Lage der Nation.

Bildbereiche in LR umfärben

Hin und wieder findet man sich beim Fotografieren in der Situation, dass man ein tolles Motiv vor sich hat, einem aber farblich irgendetwas daran missfällt. In solchen Fällen hat man dann mehrere Optionen, wie man mit dem Problem umgehen könnte. Man kann das Motiv einfach links liegen lassen (was man im Nachhinein meist bedauert), man kann versuchen vor Ort etwas an der Farbe zu drehen (ein Beispiel dazu will ich Euch im Abspann zeigen), man lässt die Farbe außen vor und schießt ein Schwarz-Weiß-Bild oder man nimmt das Bild einfach trotzdem auf und schaut hinterher, was sich noch reparieren lässt.

Das folgende Bild, dass ich zum letzten Neumond vor ein paar Tagen im tiefsten Schwarzwald aufgenommen habe, zeigt eine solche Situation, bei der ich vor Ort vergeblich versucht habe, die Mischlicht Situation aus drei verschieden farbigen Lampen zu übertönen. Die dominierende, blaue Lampe kam dabei übrigens von einer relativ weit entfernten Ladesäule für eAutos. Warum diese grundsätzlich die ganze Nacht durch – das Bild entstand gegen 2:15 Uhr – mit dieser immensen Helligkeit leuchten musste, erschließt sich mir nicht wirklich. Es war dort außer meinem lieben Freund Ralph und mir um diese Zeit schon lange niemand mehr unterwegs und die Chance, dass hier noch jemand seine Akkus voll laden wollte, dürfte ziemlich genau 0% betragen haben. Aber immerhin hat die Lampe mich zu diesem Tipp animiert und das zählt ja irgendwie auch etwas.

LTT010 01 Falschfarbe - Lightroom-Tiger-Tipp #10: "Umfärberei"

Zur Lösung des Problems mag der geneigte Leser eventuell all zu schnell an Photoshop o.ä. denken, aber wir sind hier ja bei einem Lightroom-Blog und meist lässt sich das Problem eines Farbwechsels auch wunderbar in Lightroom lösen. Wie so oft hilft uns dabei der Maskierungspinsel. Wie im nächsten Screenshot zu sehen ist habe ich dazu mit vollem „Fluß“, maximal „weicher Kante“ und einer nicht zu dezenten Pinselgröße (die „Deckkraft“ steht bei mir nahezu immer auf 100%) den gesamten Bereich des Staudamms maskiert. Dabei konnte ich auf Grund des Motivs und seiner dunklen Umgebung recht rustikal vorgehen – manche würden es vielleicht als schlampig bezeichnen, ich nenne es effizient 😉

Das Ergebnis der Maskierung seht Ihr ebenfalls im nächsten Screenshot. Dabei ist die rote Farbe nicht etwas schon das Ergebnis der Umfärbung (knallrot hätte ich es auch vor Ort mit meiner roten Lampe bekommen), sondern die Anzeige der Maskierung, die sich über den per Pfeil markierten Haken in der Toolbar (unten links) sowie die Taste O (wie Overlay) ein- und ausschalten lässt und einem dabei hilft, den gewünschten Bereich wirklich komplett zu maskieren.

LTT010 02 Maske - Lightroom-Tiger-Tipp #10: "Umfärberei"

Jetzt würde es vielleicht nahe liegen, die Farbänderung mit einer oder mehreren der drei von LR angebotenen Methoden (Weißabgleich, Farbton oder Farbe) durchzuführen. Das ist prinzipiell auch keine falsche Idee, nur meistens führt dies leider (noch) nicht zum Ziel. Vor allem wenn wir es bei den unerwünschten Farben mit recht kräftigen Farben zu tun haben. So wie dem penetranten Blauton in meinem Beispiel.

Der eigentlich Trick, um den es heute gehen soll und den Ihr im nächsten Screenshot markiert vorfindet, besteht nun darin, den maskierten Bereich erst mal von seinen Farbtönen zu befreien, indem wir einfach den Sättigungsregler gegen -100 wandern lassen. Danach ist der gesamte maskierte Bereich frei von jeglichen Farbinformationen. Man könnte es auch schlicht mit S/W bezeichnen.

Der Vorteil besteht nun darin, dass sich die o.g. Werkzeuge/Regler zur Farbänderung auf diesen S/W-Bereich viel effektiver anwenden lassen, als auf den ursprünglichen Zustand mit seinen kräftigen Farben.

In meinem Fall wollte ich den Steinen einen leicht warmen Farbton als Kontrast zum Blau des Himmels mitgeben, wozu sich nach meiner Erfahrung die Option „Farbe“ am besten eignet.

Der folgende Screenshot zeigt die Benutzung der Option „Farbe“ für mein Beispiel.

LTT010 03 Einstellungen - Lightroom-Tiger-Tipp #10: "Umfärberei"

Über die ausgewählte Farbe lässt sich wie immer, wenn es letztlich auch auf den persönlichen Geschmack ankommt, natürlich trefflich streiten. Unstrittig ist aber, dass die zuvor vorgenommene Entsättigung eine beliebige Einfärbung mit allen vom Farbwähler angeboten Farben ermöglicht. Dabei lassen sich auch bequem feine Farbnuancen realisieren und dem Ergebnis ist – auch durch die weiche Kante des Pinsels beim Maskieren – die Umfärbung nicht anzusehen.

Selbstverständlich lässt sich unter Puristen trefflich darüber diskutieren, ob das jetzt alles noch etwas mit Fotografie zu tun hat oder nicht. Für mich selbst stellt sich die Frage bei solchen Motiven außerhalb der reinen Naturfotografie allerdings nicht im geringsten, denn die einzige Alternative vor Ort wäre gewesen, der Ladesäule und der anderen Laterne – die dritte Lichtquelle war meine Stirnlampe zum Aufhellen der dunklen Stellen auf dem Damm – das „Licht auszuknipsen“. Und da sind wir uns hoffentlich einig, dass hier die Nachbearbeitung die moralisch wesentlich weniger verwerfliche Variante darstellt 🙂

 

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Vorschläge, Wünsche und Bounty-Programm


Wie immer freue mich natürlich über jegliches Feedback. Am liebsten hier über die Kommentar-Funktion oder auch per Mail. Schreibt mir gerne, ob Ihr den Tipp schon kanntet oder ob Ihr ihn für Eure Arbeit mit Lightroom nützlich fandet.

Fürs erste werden die Tipps übrigens ohne jegliche Einschränkungen hier öffentlich zugänglich sein. Nach einer gewissen Zeit – auf die ich mich jetzt noch nicht festlegen möchte – werden die Tipps eventuell nur den Abonnenten des dazugehörigen Newsletters zugänglich sein. Aber ich denke, das ist ein kleiner Preis als Ausgleich für die Arbeit und Zeit die ich in die Tipps und meinen restlichen Blog stecke 🙂 Also geht am besten gleich zur Newsletter-Seite und meldet Euch an, falls Ihr das nicht eh schon getan habt und erzählt Euren Freunden bei Facebook, Instagram oder im RL

Und damit kommen wir zu einem weiteren wichtigen Punkt: Ich würde mich auch über Feedback zu den von Euch gewünschten Themenbereichen für zukünftige Tipps freuen. Schreibt mir also gerne, ob es mehr Tipps zum Bearbeiten, zum Verschlagworten, zum Suchen und Filtern oder vielleicht auch ganz anderen Modulen als den beiden Platzhirschen Bibliothek und Entwickeln geben sollte.

Aber nicht nur Eure Wünsche interessieren mich. Falls Ihr auch einen Tipp zu Lightroom auf  Lager habt, von dem Ihr glaubt, dass er hier veröffentlicht werden sollte, dann nix wie aufgeschrieben und per Mail an mich geschickt.

Falls es ein Tipp ist, den ich so noch nicht auf dem Zettel hatte, winkt Euch neben der natürlich selbstverständlichen Erwähnung als Tipp-Geber auch noch eine fette Belohnung! Ich bin gespannt, was ich nach all den Jahren mit Lightroom und Studium von vielen Videos und Artikeln noch alles an Neuem entdecken darf.

Wie zu Beginn schon versprochen, gibt es als Bonusbild ein Beispiel dafür, wie man auch vor Ort manches Farbproblem aus der Welt räumen kann. Hier war es keine Ladestation, sondern ein Notausgangsschild, dass die ganze Nacht über schön grün vor sich hin leuchtet. Auch hier ist mir völlig unverständlich, wozu diese Energieverschwendung gut sein soll, denn der Zugang zur Wildline ist außerhalb der Öffnungszeiten natürlich gesperrt und somit benötigt auch niemand eine Notausgangsbeleuchtung. Ich bezweifele auch, dass außer uns beiden „Bekloppten“ (auch hier war Ralph mit mir unterwegs) überhaupt mal jemand bei Nacht hier vorbei schaut. Aber wie dem auch sei, hier war die grüne Funzel zum Glück so schwach, dass meine Stirnlampe im Rotlicht-Modus sie locker übertrumpfen konnte. Und ich persönlich finde den Komplementär-Kontrast zwischen rot und blau hier auch absolut passend. Im Gegenteil: Ohne die rote Lampe wäre das Bild weit aus langweiliger.

Und damit wären wir auch schon wieder am Ende dieser Ausgabe. Ich hoffe, der Tipp bringt Euch weiter und die Bilder haben Euch gefallen, so dass Ihr den Blog und Newsletter mit gutem Gewissen weiter empfehlen könnt.

Vielen Dank schon mal dafür und für Euren Besuch auf meiner Seite. Und natürlich wie immer: Viel Spaß mit Lightroom und bis zum nächsten Monat 🤩

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Der Lightroom-Spickzettel

Aus der Erfahrung aus mehr als einem Jahrzehnt täglicher Arbeit mit Lightroom sowie vielen Workshops und Trainings habe ich den Lightroom-Spickzettel entwickelt, der alle wichtigen Tastaturbefehle, Tipps und Tricks für Lightroom kompakt zusammenfasst.

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Meine Ausrüstung

Da ich in Emails oder im persönlichen Gespräch immer wieder nach meiner Ausrüstung oder Tipps zum Thema "sinnvolles Foto-Zubehör" gefragt werde, habe ich mir die Mühe gemacht, meine persönliche Ausrüstung zu dokumentieren. Alle unter dem Menüpunkt "Meine Ausrüstung" aufgelisteten Artikel kann ich also definitiv empfehlen. Die Liste wird regelmäßig gepflegt und aktualisiert.

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